Baby Boomer

Die Baby Boomer wurden zwischen 1946 und 1965 in der reichhaltigen, wachsenden und gesunden Nachkriegswirtschaft geboren. Sie sind heute zwischen 47 und 58 Jahre alt. In der „Boom-Phase“ dieser Wirtschaft drehte sich alles um diese Kinder der neuen Zeit. Eine Zeit ohne Krieg und Elend, ohne Hunger und mit einer noch nie da gewesenen Freiheit. Höhere Bildung, wie zum Beispiel war erstmals nicht nur Akademikerkindern möglich.

In Amerika war der „Baby Boom“ bereits in den Jahren 1945 bis 1964 gegeben, während die Deutschland der „Baby Boom“ erst nach dem Aufbau in den Jahren 1955 bis 1965 einsetzte. Deshalb unterteilen verschiedene Publikationen in Baby Boomer I (Baby Boomer) und Baby Boomer II (Generation Jones). Die Generation Jones wird dabei von Jonathan Pontell geprägt und vor allem in den englischsprachigen Ländern verwendet. Pontell definiert die Generation Jones als Post-Weltkrieg-Baby Boomer (1955 – 1965).

Die Baby Boomer sind gekennzeichnet von starkem politischem und gesellschaftlichen Engagement. Es entstanden Friedens- und Umweltbewegungen, Vereine und Organisationen. Da die Kinder dieser Zeit stets im Mittelpunkt standen und sehr optimistisch aufgewachsen war, entwickelten sie ihren eigenen Stil, was zum Beispiel in der Musik und der Mode deutlich wurde (50er Jahre, 60er Jahre).

Die Baby Boomer erzielen ein gutes Einkommen, sind ehrgeizig und lassen sich über monetäre Mittel anreizen. Hausbau und Vermögenserwerb ist ihnen wichtig. Sie leben nach dem Motto „Lieber Mittel als Titel“. Sie missbilligen Strukturen, was durchaus auch als Auflehnung gegen die vorherige Generation der Traditionalists gesehen werden kann. Gleichzeitig wünschen sie Harmonie und fühlen sich im Konflikt unwohl. Sie sind teamorientiert und streben nach sozialer und gesellschaftlicher Anerkennung. Dabei sind sie sehr leistungsbereit und orientieren sich im Außen. Der Bezug zu den eigenen Wünschen und dem Sinn des Lebens rückt bei dieser Generation in den letzten Jahren in den Mittelpunkt. Von Prof. Dr. Lüthy wurde diese Generation in ihrem Vortrag als „Burn-out-Generation“ betitelt.

Als Arbeitnehmer reagieren sie auf Rückmeldungen, vor allem kritisches Feedback oder Tadel reagieren verletzt. Sie „Leben um zu Arbeiten“ und streben mit zunehmenden Alter und gemäß den Gesetzesmäßigkeiten von Maslow nach persönlichem Wachstum. Die Baby Boomer definieren sich über ihre Arbeit und ihrem gesellschaftlichen Status.

Gesundheit und Wellness haben mit der zunehmenden wirtschaftlichen Unsicherheit in dem bevorstehenden Rentenalter an Bedeutung zugenommen. Die Baby Boomer möchten ähnlich wie die Traditionalists ihr Rentenalter genießen. Noch mehr als die Traditionalists ist für sie das „Leben im Alter“ wichtig. Der Wirtschaftswissenschaftlicher Rudolf Hickel gab jedoch zu bedenken „Wer von den geburtenstarken Jahrgängen bis jetzt nicht vorgesorgt hat, dem droht nach einem grandiosen Start ein Ende in der Altersarmut“.

Die hohe Geburtenrate in Deutschland endete mit dem Pillenknick und eine neue Generation begann.

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